skip to Main Content

Die Zeit heilt eben nicht alle Wunden

Man sagt: “Die Zeit heilt alle Wunden.” – Ich sage: “Bullshit.”

Heute Morgen kam mir der Satz “Die Zeit heilt alle Wunden.” in den Sinn.

Ich war überrascht über diesen Gedanken und dachte mir dabei “Interessant, dass ich das denke.” Dann habe ich ein wenig sinniert, mich gefragt woher dieser Gedanke kommt und warum er mir geschickt wurde um darüber nachzudenken.

Nach einer gründlichen Reflektion sage ich: Das ist nicht wahr. Die Zeit heilt eben nicht alle Wunden!

Kein Thema sind die im Großen und Ganzen betrachtet unbedeutenden Wunden wie z.B. Schnittverletzungen, die fast magisch heilen.* Blöde Situationen, die wir, wenn wir uns in einem guten mentalen Zustand befinden, reflektieren und für uns bereinigen und abschließen können.

Aber was ist mit den großen Wunden in unserer Seele? Diese heilt die Zeit einfach nicht. Zumindest nicht von alleine. Aber sie können heilen! ♥

Es kann der Tod eines geliebten Menschen sein, von dem wir uns nicht verabschieden konnten.

Wunden, durch seelische oder körperliche Gewalt, die uns irgendwann in unserem Leben angetan wurde.

Unbeabsichtigte Verletzungen in unserer Kindheit, die uns damals aber tief berührt haben.

Worte unserer Eltern, Lehrer oder Freunde.

Mobbing am Arbeitsplatz.

Eine Kündigung.

Ein lieber Mensch, der ohne ersichtlichen Grund den Kontakt abbricht.

Eltern, die ihre Gefühle oder ihre Liebe nicht zeigen konnten, die Du so sehr gebraucht hättest.

Die Liste könnte man bis ins Unendliche wachsen lassen…

Ganz ehrlich? Wir haben sie alle, diese mittleren und größeren Wunden. Wir alle gehen mit einem emotionalen Rucksack durch’s Leben und je mehr große Wunden darin gespeichert sind, umso schwerer lässt er sich (er)tragen. Wenn er zu voll wird, dann geht im Worst Case von jetzt auf gleich gar nichts mehr und wir finden uns vielleicht auf dem Badezimmerteppich liegend wieder und beschließen nicht mehr aufstehen zu wollen, weil alles zu viel ist.

Die Zeit lässt im wahrsten Sinne des Wortes Gras darüber wachsen, aber unter der Erde, mehr oder weniger tief vergraben, da schlummert die Wunde, bereit aufzuplatzen, wenn sie unsanft berührt wird. Unser Unterbewusstsein speichert alles! und ist den ganzen Tag bemüht und hoch beschäftigt das virtuell darüber gewachsene Gras festzuhalten. Das kostet zum Teil sehr, sehr viel Kraft. Das können diese Momente sein, in denen Du am Abend völlig erschöpft bist und Dich wunderst warum. – Wo Du doch (eigentlich) an diesem Tag nicht viel gearbeitet oder getan hast.

Zum Glück gibt es Möglichkeiten diese Wunden Stück für Stück zu heilen. Und dafür darfst Du dir erlauben Dich begleiten zu lassen. Von Menschen, die begonnen haben ihre eigenen emotionalen Wunden zu heilen. So wie zum Beispiel von mir. Ich arbeite seit längerer Zeit regelmäßig daran mein emotionales Gepäck loszulassen und ich bin sehr dankbar diese Methoden für mich und meine Kunden gefunden zu haben.

Eine wundervolles Bild für den Kopf dazu ist: Stell Dir vor, Du hast einen Spreißel im Fuß. Es tut weh damit zu gehen, aber Du kannst es (noch) irgendwie aushalten. Du kannst aber auch beschließen ihn herauszuziehen. (Ja, dieser Moment der Angst vor dem Berühren und Herausziehen ist fies!) Das Lösen tut in diesem Moment noch einmal weh. Aber kurz danach ist der Schmerz weg. Und die Sache ist erledigt.

 

* Unser Körper verfügt über großartige Selbstheilungskräfte. Sein Wunsch-Zustand (und das ist bei allen Menschen serienmäßig konfiguriert!) ist es immer heil zu sein. Daran darf man sich gerne immer wieder erinnern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back To Top