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Meditieren für Ungeduldige

Meditieren für Ungeduldige oder wie ich es tatsächlich geschafft habe zur Ruhe zu kommen

Vor einigen Jahren erzählte mir meine Freundin vom Meditieren. Wie toll das sei und wie viel es für Sie verändern würde. Zu der damaligen Zeit hatte ich keinerlei Zugang zu Achtsamkeit und Meditation. Das war etwas für buddhistische Mönche und Yogis. Nicht für mich. Aber ich wurde doch neugierig und buchte einen MBSR*-Seminar. Denn Stress hatte ich damals in meinem Job als Projektmanagerin zur Genüge.

Die erste Meditationsübung war toll. Ich lag tiefenentspannt auf meiner Matte und schlummerte glückselig in ein entspanntes Nickerchen. Ich war restlos begeistert und mein Plan war es diese Übung an jedem Abend und vielleicht am Wochenende auch tagsüber einzubauen. Meine Freude hielt nur sehr kurz an, da ich gleich einen Rüffel bekam, dass es absolut verboten wäre beim Meditieren einzuschlafen. Aha. BÄM. Am Ende des Seminartages haben wir minutenlang ein Stück Schokolade angeschaut und mussten es über einen ewig langen Zeitraum im Mund zergehen lassen. – Ihr ahnt es vermutlich schon. Ich war durch mit dem Thema Meditation.

Yoga hat mich über eine längere Zeit begleitet und meine Gedanken zum Ruhen gebracht. Meditieren war für mich verbunden mit (gefühlt) stundenlangem Sitzen auf einem Kissen ohne zu Denken. Ich sagte immer, dass ich nicht der Typ dafür sei. Ohne zu denken. Niemals! Bei meinem hochaktiven Gehirn.

Wir schreiben den 1. Tag der Mentaltraining-Ausbildung. Wir kommen zum Thema Meditieren, ich schmunzle in mich hinein und danach ändert sich für mich alles.

Neu ist für mich: Ich muss gar nicht eine halbe Stunde oder länger auf einem Kissen sitzen und mich nicht bewegen. Ich muss nicht Nichts denken. 

Das sind DIE Erkenntnisse, die mein Leben verändert haben, und die ich mir Dir teilen mag:

Du meditierst bereits wenn Du einfach nur bewusst atmest. Schließe dabei die Augen oder suche Dir einen ruhigen Punkt in Deiner Nähe. Währenddessen denke Dir beim Einatmen EINATMEN – und beim Ausatmen AUSATMEN.

Noch toller ist es wenn Du EINATMEN – ENTSPANNEN denkst. Unser Gehirn ist in seiner unfassbaren Komplexität salopp formuliert sehr einfach strukturiert. Wenn wir ihm den “Befehl” geben beim Ausatmen zu entspannen, dann denkt es sich: “Aha. Wir entspannen jetzt. Ich bin dabei!”

Diese Übung machst Du einfach 1-3 Minuten am Tag (Das ist der Hit, oder?!) und nach 3-4 Wochen des täglichen Trainings ist Dein Gehirn darauf konditioniert, dass Du beim bewussten Ausatmen entspannst. Mit der Zeit kannst Du Dich sogar innerhalb von wenigen Minuten in die absolute Tiefenentspannung bringen!

Du kannst Dir alternativ auch nichts denken und nur beobachten wie die kalte Luft durch die Nase einströmt und die warme Luft wieder sanft ausströmt.

Wenn ein Gedanke vorbeikommt, dann beobachtest Du ihn einfach. Nimmst ihn wahr. Schenkst ihm keine große Aufmerksamkeit und dann verschwindet er auch wieder. Manchmal denke ich mir aber auch ein “Aha.” oder ein “Interessant, dass ich das jetzt denke.”. Und weg ist er.

Probiere es doch einmal aus und berichte mir von Deiner Erfahrung. Ich freue mich darauf!

Und jetzt nochmal im Geheimen: Ich setze mich gerne mal über alle Regeln hinweg und atme mich bewusst in den Schlaf. Herrlich! 😉 Ich folge einfach meiner neuen Regel genau das zu tun, was ich gerade brauche und was mir gut tut.

* MBSR – Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion

An alle Achtsamkeits- und Meditations-Profis: Bitte legt meine Worte nicht auf die Goldwaage. Mein Beitrag ist dafür da Menschen wie mir den Einstieg in die Ruhe und Entspannung zu erleichtern.

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