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Scheiss drauf!

SCHEISS DRAUF! oder wie ich heute Morgen um 5 Uhr begonnen habe loszulassen.

“Lass los.” – “Lass doch einfach mal los. Dann wird es leicht.” – Wie oft wird uns empfohlen loszulassen.

Aber ganz ehrlich? Wie lässt man eigentlich los? Man bringt es ganz locker über die Lippen nachdem man schlaue Bücher gelesen hat. Aber die Meisten von uns, mich eingeschlossen, wissen nicht so richtig wie man los lässt. Unsere Eltern, wie bei mir zum Beispiel aus der Kriegsgeneration, haben uns NICHT beigebracht loszulassen. Ich bin trainiert darauf die Zähne zusammen zu beißen. Ehrgeizig zu sein. Ziele zu erreichen. Schmunzelnd hat mein Mann früher gewitzelt, dass ich sogar mit einem Plan auf’s Klo gehen würde. Was in der Tat leicht übertrieben ist. Oder wenn ich ehrlich zu mir selbst bin vielleicht doch nicht so ganz?

Ja. Es ist eine meiner Stärken ehrgeizig zu sein. Von mir gesetzte Ziele exzellent zu erreichen. Über alles intensiv nachzudenken. Dinge und einfach alles erledigt zu bekommen. Den ganzen Tag. Aber macht mich das glücklich? – Die Erkenntnis: Nein. Denn damit ignoriere ich viel zu oft meine eigenen Bedürfnisse. Und das ist so wichtig.

Nun liege ich heute Morgen um 5 Uhr wach und mache mir klassisch Sorgen über Dies und Das.

Ich überlege was ich heute alles nicht tun kann, weil wir gerade mit der Glücksschmiedin auf der Messe ausstellen.
Welche Punkte sich aktuell auf meiner ToDo-Liste tummeln. Welcher dieser Punkte in Kürze den Siedepunkt erreicht und es dann zu Brennen beginnt. Mit wem ich noch was besprechen muss. Was ich bei wem zu kritisieren habe, damit sich etwas verbessert. Wie voll mein Kalender in der kommenden Woche ist. Wem ich noch keine lieben Grüße zum neuen Jahr geschickt habe. Dass ich noch immer nicht den alten Kram bei im Kleinanzeigen-Portal eingestellt habe. Dass ich eigentlich heute nicht arbeiten mag. Ärgere mich darüber, dass ich meine Ich-schalte-mein-Kopfkarussell-Bachblüten, die mir normalerweise super helfen, nicht genommen habe.

Ich frage mich wie oder wer ich wäre, wenn ich diese Sorgen nicht hätte.

Und auf einmal denke ich mir: SCHEISS DRAUF.

Scheiss auf die Punkte auf meiner perfekt organisierten ToDo-Liste, die ich seit Wochen vor mir her schiebe.

Scheiss auf meine Speckrolle am Bauch, die momentan einfach da ist.

Scheiss drauf, dass ich mich eigentlich um 5 Uhr nochmal entspannen und nicht aufstehen soll, um am Notebook zu klicken.

Scheiss darauf, dass ich darüber nachdenken könnte, ob ich wirklich mit einem Plan auf’s Klo gehe.

Scheiss drauf, dass man scheißen eigentlich mit ß schreibt.

Scheiss drauf, ob ich den allerersten Blogartikel hier auf meiner Seite perfekt schreibe.* Erledigt ist das neue Perfekt.

Auf wen ich aber ab sofort nicht mehr scheissen will und werde, das bin ich selbst!

Ich ziehe heute wieder mein “Was brauche ich gerade?”-Armband an und spüre in mich rein was ich gerade wirklich brauche. Ich mache mir, sobald die Sonne aufgeht, ein Scheiss-drauf-Armband. Ich mache meine Fokus-Übung und fokussiere mich auf mich. (Mehr zu den einzelnen Methoden als Tipp in meinen nächsten Beiträgen…)

* Mein allerherzlichstes Dankeschön geht an meine Lieblings-Marketing-Spezialistin Maren Martschenko, die mich zum Freischreiben motiviert hat. Unter uns gesagt: Sogar das habe ich vor lauter Perfektionismus lange vor mir her geschoben. Aber mit Scheiss-drauf habe ich heute meine inneren Barrieren gesprengt und einfach angefangen. Ein gutes Gefühl!

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