„Kennst du den schon?“ Die Auswirkungen der Intelligenz auf unseren Humor.

„Kennst du den schon?“ Die Auswirkungen der Intelligenz auf unseren Humor.

Wie humorvoll sind intelligente Menschen?

Wer mich kennt, weiß, wie gerne ich laut und herzlich lache. Underachiever, Schulverweigerer, Streber, Besserwisser – soziale Anpassungsschwierigkeiten, Perfektionismus, Ungeduld. Die Liste der negativen Assoziationen zum Thema Hochbegabung ist lang. In der Diskussion in meiner Coaching-Praxis geht es oft um die Probleme, die das Thema mit sich bringt. Zeit, dass (hochbegabte) Leben einmal von einer seiner schönsten Seiten zu beleuchten: Der Freude am Lachen.

Ob man den Humor nun als die edelste Form menschlichen Ausdrucks oder als die ultimative Freiheit des Geistes betrachten möchte – letztlich wissen wir spätestens seit Vera F. Birkenbihl „Lachen produziert Freudehormone und Freudehormone fressen Kampfhormone“. In einer statistisch völlig unzureichenden Untersuchung meinerseits habe ich versucht herauszufinden, ob Humor und Intelligenz Hand in Hand gehen und mich auf die Suche nach hochbegabten Menschen gemacht, die mich an ihren heiteren Momenten teilhaben lassen wollten. Meine Ergebnisse stelle ich hier gerne zur Verfügung – in der Hoffnung, dem einen oder anderen mehr als nur ein Schmunzeln zu entlocken. Schließlich geht es hier um eines der vielleicht wichtigsten Dinge im Leben: Humor.

Dieser Artikel ist im Oktober 2023 im Magazin “MinD” erschienen.

Humor bei Hochbegabten.

Das Verständnis von Komik ist individuell.

Es ist klar, dass nicht alle Hochbegabten die gleichen Eigenschaften oder Verhaltensweisen haben. Jeder Mensch ist ein Individuum mit einer einzigartigen Persönlichkeit und Erfahrung. Und wie eingangs beschrieben, erhebt dieser Artikel keinen Anspruch auf wissenschaftliche Fakten. Vielmehr soll mit einem Augenzwinkern auf gewisse Gemeinsamkeiten hingewiesen werden, ohne dabei zu vergessen, dass Humor ein komplexes Phänomen ist, das von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird, darunter kultureller Hintergrund, Erziehung, Lebenserfahrungen und, ja, auch Intelligenz.

Intelligente Witze. Geht das überhaupt?

Unter der Frage: „What is the most intelligent but yet funniest joke you’ve ever heard?“ haben unzählige User auf Reddit ihre „intelligentesten“ Witze geteilt. Solltet Ihr mal einen schlechten Tag haben: absolut empfehlenswert! Who is this Rorschach guy and why does he paint so many pictures of my parents fighting? ist nur einer von vielen gefeierten Witzen auf diese Frage. Spannend ist, dass offenbar intelligente Witze mit speziellem Wissen oder Bildung einhergehen müssen. Beispiele gefällig? Three logicians walk into a bar. The bartender asks: “Do all of you want a drink?” The first logician says “I don’t know.” The second logician says “I don’t know.” The third logician says “Yes!” oder What’s the difference between an etymologist and an entomologist? An etymologist knows the difference.

Intelligente Witze

Humor und Sprache.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine Antwort einer meiner Probanden: „Ich habe Humor genutzt, um mein Englisch zu verbessern. Ich habe jeden Morgen die Witzseite der lokalen Tageszeitung gelesen und meine Kollegen so lange genervt, bis ich auch den letzten Witz so verstanden hatte, dass ich darüber lachen konnte“. Ob die Kollegen das auch lustig fanden? “Ich bin nicht stur, ich bin meinungsstabil”, sagte neulich der Sohn einer Klientin zu seiner Mutter, worüber wir sehr gelacht haben.
Der geneigte Leser hat es sicher bemerkt. Viele Witze müssen in der Originalsprache belassen werden, wenn man sie nicht ihres Witzes berauben will. „Humor hat auch viel mit der Sprache zu tun, in der man lebt, fühlt und denkt. In meiner Muttersprache bin ich ganz anders witzig als auf Deutsch. Das liegt an speziellen Ausdrücken, am Tonfall, an der ganzen Kommunikation und den Gewohnheiten“, erzählt mir eine promovierte Universitätsdozentin, deren Lieblingsmeme übrigens wie folgt lautet. Hello Friends, this is Satan. I’m here to remind you that plagues, great floods and, pandemins are god’s department. I just do orgies and metal bands.

Einfache Witze für komplexe Denker.

„Was Humor angeht, bin ich, glaube ich, ziemlich einfach gestrickt. Ich mag vor allem den Humor, den man nicht kommen sieht“, meinte ein anderer Befragter. Und tatsächlich scheint es hier eine Gemeinsamkeit zu geben. Eine Art Humor, die fast alle „Verkopften“ zum Lachen bringen kann. Is the symbol for silicon the same in Spanish? – Si. Oder According to Freud, what is in between fear and sex? – Fünf. Ihr wollt noch einen? Das Licht am Ende des Tunnels ist ein Zug. Diese Art von unerwartetem Humor findet sich nicht nur in vielen Twitter-Beiträgen. Auch exzellente Kabarettisten beherrschen ihn. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die Antwort eines Mensaners, der auf die Frage nach seinem Humor antwortete: „Das muss ich mir heute Abend mal überlegen“. Ob gewollt oder nicht, es war eine Antwort, die mich zum Lachen brachte.

Ironie und noch besser, die Selbstironie.

Zum Schmunzeln bringt die meisten von uns auch das Thema Selbstironie. The other day my friend was telling me that I didn’t understand what irony meant. Which is ironic, because we were standing at a bus stop. Spätestens bei diesem Verständnis von Komik kommt dem Serienjunkie Sheldon Cooper von der Big Bang Theory in den Sinn. Eine Serie, die beweist, dass überragende Intelligenz und die damit verbundene Andersartigkeit zumindest bei „Normalsterblichen“ für viel Spaß sorgen kann. Tatsächlich vermutet einer der Reddit-Nutzer hinter dem Fragesteller Autoren der Serie auf der Suche nach Inspiration. Programmers keep two glasses on their night table, one with water, one without. One is for if they are thirsty when they wake up, the other if they aren’t… Sollte es so sein, werden diese bei Reddit sicher fündig.

Humor komplexer Denker.

Ich habe auf jeden Fall Humor, nur leider versteht kaum jemand meine Witze, weil man dafür um die Ecke denken muss. Mein Mann meint immer, man bräuchte eine Gebrauchsanweisung für meine Witze, schrieb mir eine Hochbegabte. Wenn Sheldon Cooper einen Witz macht und niemand lacht, lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. “Ich habe Applaus erwartet. Aber ich nehme an, ehrfürchtiges Schweigen ist auch angemessen“, kontert der Physiker in der Serie. Vielleicht für den einen oder anderen Leser die passende Antwort, um sich bei nächster Gelegenheit
souverän aus einer unangenehmen Situation zu befreien. Interessant ist auch, dass Hochbegabte selbst bei lustigen Anekdoten oft nicht auf den Punkt kommen. Und das, obwohl sie selbst die Ersten sind, die bei solchen Äußerungen durchdrehen: „Auf einer Skala von 1…“ „Ja, ungeduldig, mein Gott!“

Ist intelligenter Humor kompliziert?

Schwarzer Humor, Tiefsinnig- und Doppeldeutigkeiten.

“Die Art von Humor, die mir liegt, ist ein tiefgründiger, manchmal schwarzer Humor, der mit Feinheiten und Doppeldeutigkeiten arbeitet.” Die bayerische Kabarettistin Martina Schwarzmann hat diesen Humor perfektioniert: Zu ihrem Kleid, das sie auf dem Flohmarkt gefunden hat, fällt ihr ein, dass es praktisch wäre, wenn in den Todesanzeigen immer Gewicht und Konfektionsgröße angegeben wären. So könnten oft Ressourcen gespart werden. Der Meister der ebenso banalen wie genialen Wortspiele, Willy Astor, zeigt sein Können auch auf seiner Website: „As Tor“ (bayerisch für „das Tor“) lädt in Form eines Tores zur Verkostung ein: Humor direkt vom Erzeuger. Aber Vorsicht: Ist das Programm eines Künstlers zu einseitig, der vorgegebene Ablauf zu vorhersehbar, langweilen sich intelligente Menschen schnell. Was zählt, ist der Überraschungseffekt. Dann doch lieber Sträter. Einer meiner Befragten musste „neulich schnell das Hörbuch von Torsten Sträter ausschalten und auf Radio umschalten“, weil er „sonst nicht mehr in der Lage gewesen wäre, Auto zu fahren“.

Das Beste zuletzt.

Wer jetzt einen Schenkelklopfer erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Meine Studien zusammenfassend kann ich aber sagen, dass gut gewählte, intelligente Formulierungen und Wortwitz bei den meisten Mensanern nicht zu toppen sind. Und das gilt im Übrigen auch für das Flirten. Ich bin mir sicher, dass intelligente Menschen sich nicht zuletzt über den speziellen Humor finden. In diesem Sinne: “Ich wünsche mir ein Einhorn zu Weihnachten”. “Sei realistisch!” “Okay, dann wünsche ich mir die wahre Liebe.” “Welche Farbe soll das Einhorn haben?”

Underachievement. Wenn das Potenzial auf der Strecke bleibt.

Underachievement. Wenn das Potenzial auf der Strecke bleibt.

Potential erkennen bei Hochbegabung.

Zu den intelligentesten Menschen der Welt gehören statistisch gesehen nur 2% der Bevölkerung. Doch nicht weniger als 15% von ihnen wird nachgesagt, dass sie ihre „PS nicht auf die Straße bringen“. Underachievement bedeutet, das eigene Potenzial nicht auszuschöpfen bzw. schlechte oder gar keine Leistungen zu erbringen. Underachievement ist ein Dauerthema unter Hochbegabten.

Häufig wird der Begriff „Underachiever“ für Schülerinnen und Schüler verwendet, die trotz eines sehr hohen Leistungspotenzials und einer überdurchschnittlichen Intelligenz über einen längeren Zeitraum nur mäßige oder schlechte Schulleistungen zeigen. Man spricht dann auch von erwartungswidriger Minderleistung. Und genau hier liegt ein großer Teil des Problems: in der Erwartungshaltung, sowohl von außen als auch von den Betroffenen selbst. Ein Phänomen, das auch vor Erwachsenen nicht Halt macht.

Dieser Artikel ist im August 2023 im Magazin “MinD” erschienen.

Underachievement bei Hochbegabten.

Underachievement im Kindesalter.

Im Kindesalter bezieht sich der Begriff „Underachievement“ auf Situationen, in denen das betroffene Kind nicht sein volles Potenzial ausschöpft. Dies kann sich auf verschiedene Bereiche beziehen, wie z.B. schulische Leistungen, soziale Fähigkeiten oder kreative Begabungen. Lernschwierigkeiten, Motivationsprobleme, Lebensumstände, Umweltfaktoren, Über- oder auch Unterforderung – es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum ein Kind nicht die erwartete Leistung erbringt. Die Praxis zeigt, dass die beiden größten Schwierigkeiten, mit denen Eltern hochbegabter Kinder konfrontiert sind, schulischer und sozialer Natur sind. Underachievement beginnt häufig schon im Grundschulalter, wird aber oft erst in der Sekundarstufe und in der Pubertät zu einer echten Herausforderung für die Familie. Statistisch gesehen sind mehr Jungen als Mädchen von Underachievement betroffen.

Hochbegabung bei Kindern ist für Familien eine Herausforderung.

Underachievement im Erwachsenenalter.

Das Problem der „Leistungsschwäche“ verschwindet nicht immer. Eine Einstellung oder ein Verhalten, das in der Kindheit beginnt und teilweise perfektioniert wird, setzt sich nicht selten im Erwachsenenalter fort. Die Unfähigkeit, Leistung zu erbringen, kann sich weiterhin auf verschiedene Lebensbereiche auswirken, wie z. B. auf das Studium oder die Ausbildung, die berufliche Karriere, aber auch auf persönliche Ziele, soziale Beziehungen oder den finanziellen Erfolg. Mangelnde Zielvorstellungen, fehlende intrinsische Motivation, aber auch Versagens- oder Erfolgsängste können Gründe dafür sein. Häufig ist eine negative Selbstwahrnehmung oder ein mangelndes Selbstwertgefühl bereits in der Kindheit verankert.

Aber auch besondere Lebensumstände, mangelnde Unterstützung oder fehlende Ressourcen beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit.

Über die Hintergründe und Faktoren.

Auch wenn es bei Erwachsenen z.B. durch Schicksalsschläge oder Krankheit zu einem plötzlichen Leistungsabfall kommen kann, möchte ich mich in diesem Beitrag auf die Underachiever konzentrieren, die bereits seit ihrer Kindheit unter diesem Phänomen leiden und später auf zwei Konstellationen eingehen: Zum einen auf diejenigen, bei denen die Hochbegabung bereits im Kindesalter festgestellt wurde, und zum anderen auf die Spätentdeckten. Unabhängig vom Bewusstsein einer Hochbegabung zeichnen sich intelligente Kinder häufig auch dadurch aus, dass sie Situationen sehr schnell und ganzheitlich erfassen und die erlebten Reaktionen darauf speichern können. Nicht selten sind diese Kinder auch wahre Meister darin, Gefühle und Stimmungen anderer wahrzunehmen. All dies geschieht jedoch in der Regel nicht bewusst.

So wird schon früh der Grundstein dafür gelegt, wie Reaktionen und der Umgang mit der eigenen Neugier, kritischem Hinterfragen und Leistung im Gehirn angelegt werden. In einer liebevollen, offenen Umgebung, in der das Kind so angenommen wird, wie es ist, gibt es in der Regel keine Probleme. Doch mit dem Eintritt in unser Schulsystem beginnt oft eine lange Leidensgeschichte. Hier entsteht zum ersten Mal ganz konkret Konformitätsdruck: Es gilt, sich den Erwartungen von Lehrern, Eltern und Mitschülern anzupassen.

Fight, flight, freeze.

Spätestens hier wird der innere Kompass des wissbegierigen Kindes auf den Kopf gestellt. Wissensdurst, Schnelligkeit, Gerechtigkeit, eigene Interessen – all das, was Hochbegabung und damit einen großen Teil der Persönlichkeit des Kindes definiert, hat in unserem Schulsystem einen ganz anderen oder gar keinen Stellenwert mehr. Schlimmer noch: Vieles von dem, was Hochbegabung ausmacht, wird heute noch bestraft. Mit Ampelsystemen, dem Wegnehmen von Murmeln, später mit Verweisen oder Nachsitzen. Ob im Elternhaus, im Kindergarten oder in der Schule. Wenn die eigene Existenz grundlegend in Frage gestellt wird und damit das eigene Überleben in Gefahr gerät, reagiert der Mensch seit jeher mit einer von drei Möglichkeiten: „fight, flight or freeze“. So finden wir die Kämpfenden, die Revoluzzer unter den Kindern, die Flüchtenden, also die Kinder, die oft gar nicht mehr zur Schule gehen, Vermeidungsstrategien finden oder eben die dritte Variante, die Erstarrenden. Das kann je nach Situation unterschiedlich sein.

Hochbegabte Kinder haben es nicht leicht in der Schule.

Müssen die PS auf die Straße?

Bleiben wir bei der beliebten Metapher der PS, die nicht auf die Straße gebracht werden können. Das Kind, dessen PS bekannt sind, sieht sich in unserer Gesellschaft immer noch hohen Erwartungen ausgesetzt. Es hält sich hartnäckig das falsche Bild, ein hochbegabtes Kind müsse schon in jungen Jahren Opern komponieren, mathematische Formeln auf Universitätsniveau lösen oder zumindest mehrere Sprachen beherrschen. Das hochbegabte Kind muss sehr früh erfahren, dass es diesen – offensichtlich berechtigten – Erwartungen nicht gerecht wird. Wie deprimierend muss es sein, eigentlich zu spüren, dass man anderen kognitiv weit voraus ist, und doch immer wieder das Gegenteil gespiegelt zu bekommen. Die Offenheit, dass viele PS nicht immer unter der Haube eines Porsches stecken müssen, dass Züge oder Fähren viel mehr PS haben, fehlt in unserer Gesellschaft. Die Antwort auf die Frage nach dem Selbstwertgefühl liegt auf der Hand.

Underachievement bei Späterkannten.

Ähnlich geht es einem Kind, dessen Begabung nicht erkannt wird. In einem Umfeld, das mit großer Neugier und kritischem Hinterfragen weniger gut umgehen kann, wird sich auch dieses Kind immer falsch fühlen. „Du bist noch zu klein dafür“, „So ist das nun mal“, „Sei doch nicht immer so anstrengend“ führen genau zu diesen Verankerungen im Gehirn, im Unbewussten. „Ich bin zu klein“, „So wie ich bin, bin ich anstrengend, nicht gewollt, nicht geliebt“. Am Ende bleibt auch hier: So wie ich bin, bin ich nicht gut (genug).

Das Problem: Evolutionär gesehen ist das Kind ohne den Schutz der Eltern nicht überlebensfähig. Das Kind wird also alles tun, um die Liebe der Eltern zu erhalten und passt sich an. Es verinnerlicht diese Glaubenssätze als Wahrheiten, die uns bis ins hohe Alter, hier völlig unbewusst, begleiten. Eingebrannt in die Festplatte unseres Unterbewusstseins.

Wege aus der Erstarrung.

Ein erster wichtiger Schritt ist, wie bei den meisten psychologischen Themen, das Erkennen und Akzeptieren der Situation. Auch wenn es einfach ist: Die Schuld auf die äußeren Umstände zu schieben, auf das familiäre Umfeld, auf die Lehrerin oder den Lehrer, auf die Chefin oder den Chef, ist keine Lösung. Als Erwachsener ist man gefordert, selbst Verantwortung zu übernehmen. Erst dann können sich tiefsitzende Muster auflösen. Dafür gibt es verschiedene psychologische Ansätze. Wer schnelle Hilfe wünscht, kann die erlernte Strategie auch durch Coaching, z.B. durch Hypnose in Kombination mit Mentaltraining oder anderen Verfahren, auflösen. Das Spannende dabei ist, dass das Unterbewusstsein schon aus energetischen Gründen ein großes Interesse daran hat, hinderliche Blockaden loszuwerden.

Anders sieht es bei den Kindern aus. Hier sind wir als Eltern gefordert, Verantwortung zu übernehmen, unser Verhalten zu überdenken und aktiv zu werden. Unsere eigenen Muster aufzulösen. Unsere Kinder genauso anzunehmen, wie sie sind und ihnen genau das vorzuleben. Ihnen den Rücken zu stärken. Ihnen zu helfen, unser Schulsystem einigermaßen unbeschadet zu überstehen, ohne die Freude am Lernen und am Sein zu verlieren.

Eine große Aufgabe? Scheinbar unlösbar? Genau dafür gibt es unseren Verein. Um unseren Themen eine Plattform zu geben. Probleme anzusprechen und gemeinsam zu versuchen, neue Wege und Lösungen zu finden.

Das Impostorsyndrom – Von der Anzweifelung der eigenen Fähigkeiten

Das Impostorsyndrom – Von der Anzweifelung der eigenen Fähigkeiten

Menschen mit Impostor-Syndrom zweifeln an ihre Fähigkeiten.

Die Scham nicht gut genug zu sein, die Anzweifelung der eigenen Fähigkeiten ist kein neues Gefühl. Geniale Menschen machen dabei keine Ausnahme. So sollen Aufzeichnungen und Zitate von John Steinbeck, Agatha Christie oder auch Albert Einstein existieren, die genau das beschreiben.

Auch die hochbegabte Schauspielerin Jodie Foster soll 1988 aus diesem Grund ihren Oscar zurückgeben haben wollen. Und die ebenso hochbegabte, wie talentierte Emma Watson wird 2013 im Gespräch mit dem Rookie Magazine wie folgt zitiert: „Es ist, als ob mein Gefühl der Unzulänglichkeit zunimmt, je besser ich es mache. Ich denke, dass jeden Moment jemand herausfinden wird, dass ich ein totaler Betrüger bin und nichts von dem verdiene, was ich erreicht habe.“

Dieser Artikel ist im Juni 2023 im Magazin “MinD” erschienen.

Hochbegabte und das Hochstapler-Syndrom.

Ein Phänomen der Hochbegabung?

Tatsächlich existiert vor allem bei spät erkannten Hochbegabten das psychologisch anerkannte Phänomen, jahrelang unter dem Gefühl zu leiden, nicht wirklich klug oder talentiert zu sein. Die Bereiche, in denen sich die Person dann unzulänglich fühlt, können dabei, genauso wie der Umgang mit der eigenen Unsicherheit, variieren. Ausbildung, Karriere, Partnerschaft oder Familie: Das sogenannte Impostorsyndrom führt dazu, dass die eigenen Leistungen heruntergespielt oder Erfolge auf äußere Faktoren zurückgeführt werden, anstatt sie dem eigenen Können zuzuschreiben. Auch Fehler und Misserfolge werden nur zu gerne als Beweis dafür betrachtet, tatsächlich nicht kompetent zu sein.

Obwohl das Impostorsyndrom kein diagnostizierbarer Zustand ist, wird es von vielen Psychologen als ein häufiges und belastendes Phänomen angesehen. Und auch wenn das Phänomen nicht unmittelbar mit einer Hochbegabung in Zusammenhang stehen muss, ist es etwas, mit dem ich als Coach für Hochbegabte nahezu täglich konfrontiert werde.

Über die Hintergründe und Faktoren

Als Faktoren werden oftmals eine negative Selbstwahrnehmung genannt, ein hoher Drang nach Perfektionismus oder auch Diskriminierung oder Marginalisierung. So betrachtet, ist der oder die Hochbegabte in meinen Augen geradezu dazu prädestiniert, unter diesem Phänomen zu leiden. Schließlich fühlen sich viele Hochbegabte bereits in jungen Jahren mit Neid, Missgunst oder Abwertung konfrontiert. Auch die eigenen Eltern sind oftmals mit dem Wissensdrang und anderen Herausforderungen des hochbegabten Kindes überfordert. Dabei haben die wenigsten von uns in jungen Jahren die Stärke, über diesen Anfeindungen zu stehen. In vielen Fällen bleibt die unbewusste Verknüpfung unserer Leistung und unseres Seins, mit dem Gefühl „nicht richtig“ oder „verkehrt“ zu sein. Wir gewöhnen uns von klein an daran, unsere Potentiale unter den Scheffel zu kehren, Talente nicht an die große Glocke zu hängen oder sie kleinzureden.

Das Hochstapler-Syndrom bei Hochbegabten.

Hoch- oder Tiefstapler?

Was in der Kindheit ohne viel Aufhebens von statten geht, kann dann als Erwachsener zu dem weit verbreiteten „Hochstapler“- oder auch englisch Impostorsyndrom führen.

Das Problem ist, dass der Erwachsene das Gefühl aus der Kindheit für bare Münze nimmt. Er ist so daran gewöhnt, dass seine Begabung oder sein Talent nicht wertgeschützt wurde, dass er irgendwann selbst daran glaubt. So ist es gar nicht selten, dass hervorragende Schul- oder Studienabschlüsse statt mit Stolz und Euphorie mit dem Gefühl verbunden werden, dennoch ungenügend zu sein, und das gute Abschneiden wird mit Glück oder Zufall erklärt. Nicht wenige fühlen sich sogar als Betrüger, als „Hochstapler“. Interessanterweise sorgt aber genau diese Begrifflichkeit wieder für Irritation bei Hochbegabten. So ist ein Hochstapler per Definition jemand, der etwas Unwahres bewusst hervorhebt. So erzählt eine Klientin, dass sie lange Zeit sicher war, die Schule müsse sich bei ihrem Einser-Abitur verrechnet haben. Bis heute spricht sie deswegen nur ungern von ihrer hervorragenden Leistung. Und empfindet den Begriff „Tiefstaplerin“ als in dem Zusammenhang viel passender.

Das Mogelpackungssyndrom

Ich selbst, ebenfalls eine „Spätentdeckte“ kenne das Gefühl nur zu gut und nenne es heute liebevoll „Mogelpackung“-Syndrom. Jahrelang habe ich eine Ausbildung nach der anderen „gesammelt“. Glücklicherweise kann ich heute darüber schmunzeln. Aber dieses Gefühl nicht zu genügen, hat mich lange Zeit immer wieder nach neuen Bestätigungen suchen lassen. Und auch das ist eine Art, wie sich das bekannte Phänomen auswirken kann: Egal wie viele Beweise objektiv betrachtet für die eigenen Fähigkeiten und Leistungen vorliegen – dem Betroffenen ist es nicht möglich dem eigenen Können zu vertrauen und der Drang, immer noch mehr lernen zu müssen, bleibt übermächtig. Gerade bei Selbständigen oder Personen, die sich selbständig machen wollen, ist diese Art des „Zertifikate sammeln“ häufig anzutreffen. Gepaart mit einem gesunden und uns inne liegenden Wissensdrang entsteht so nicht selten ein kaum zu bremsender Teufelskreis.

Das Gefühl „nicht gut genug zu sein“ oder „auffliegen“ zu können, betrifft aber auch Angestellte, vor allem erfolgreiche Menschen. Auch hier sind (spät- oder unerkannte) Hochbegabte oftmals der Meinung, dass ihre Leistung für den eigenen Job nicht annähernd ausreicht, oder wundern sich, dass es niemandem auffällt, dass sie grenzenlos überschätzt werden. Und selbst wenn Betroffene von ihren Kollegen oder auch von Freunden für ihre Leistungen gelobt werden, fühlen sie sich unwohl und leben in der Angst, dass die vermeintliche Unfähigkeit aufgedeckt werden könnten, denn auch hier ist sich der „Hochstapler“ sicher: nicht er allein ist für den Erfolg verantwortlich, sondern das Glück oder der Zufall haben ihm in die Hände gespielt. Eine allzeit beliebte Ausrede ist auch das Team, dass den Großteil des Erfolgs für sich verbuchen kann.

Typisch für Hochbegabte?

Auch das könnte den Ursprung in unserer Kindheit haben. Hochbegabten Kindern fällt im Vergleich mit anderen sehr vieles leichter und so werden oftmals Fähigkeiten oder Aussagen gelobt, die im Empfindungssystem des Kindes keinen besonderen Stellenwert haben. Die eigene Fähigkeit wird als nicht besonders angesehen, da der dahinter vermutete „Aufwand“ nicht annähernd dem tatsächlichen entspricht. „Das ist doch nichts Besonderes“ ist ein Denkmuster, das auch im Alter prägend bleibt. Dem hingegen haben hochbegabte Kinder oftmals die größten Ansprüche an sich selbst: Die genialsten Ideen im Kopf, die wunderbarsten Bilder, die schönsten Musikstücke, die tollsten Geschichten scheitern oftmals in der Umsetzung. Die Hände sind eben noch nicht so geübt, ein Buch nicht in einem Tag geschrieben oder die Gegebenheiten eben nicht immer so, wie das hochbegabte Hirn es sich ausmalen kann. Das Resultat: Hochbegabte Kinder erleben früh, dass es einerseits keine besondere Leistung benötigt um gelobt zu werden, andererseits scheitern sie selbst immer wieder an ihren eigenen Ansprüchen, egal was sie leisten. Beide Punkte führen dazu, dass ein völlig anderes, verschobenes Leistungsverständnis, als bei anderen Kindern entsteht.  Meiner Meinung nach sind das alles Umstände, die das Hochstapler-Syndrom nicht nur begünstigen, sondern vielleicht sogar erzeugen.


Und wie bei den Hochbegabten unterscheidet das Impostorphänomen zwischen „Over-Doern“ und „Under-Doern“, eine gewisse Parallele zu den „Hoch“- und „Minderleistern“ bei Hochbegabten. Denn Menschen, die am Hochstaplersyndrom leiden, reagieren unterschiedlich. Over-Doer stürzen sich in die Arbeit und sind absolut perfektionistisch, mit dem Ziel, durch extensive Arbeit zu verhindern, jemand möge denken, sie könnten nichts. Die Under-Doer prokrastinieren, bis sie die Aufgabe, vor der sie Angst haben, gar nicht mehr gut machen können, mit dem Ziel zu zeigen, dass das schlechte Abschneiden nicht am fehlenden Talent liegt.

Hochbegabte haben oft seit ihrer Kindheit das Impostor-Syndrom.

Was kann ich tun?

Beide Arten des Umgangs erschweren das Leben der Betroffenen immens. Und so können sowohl konstant hoher Leistungsdruck, Perfektionismus und hohes Anspruchsdenken genauso wie die Selbstsabotage oder Prokrastination der „Minderleister“ zu mehr oder weniger hohen psychischen Belastungen bis zu Burnout oder Depression führen.

Ein Stück weit leiden wir dann und wann sicher aller unter diesem Phänomen. Gefährlich wird es dann, wenn das Gefühl überhandnimmt und die eigene Lebensqualität beeinträchtigt. Um das Impostorsyndrom zu bewältigen, gibt es verschiedene Ansätze. Eine therapeutische Unterstützung, wie beispielsweise kognitive Verhaltenstherapie, kann helfen, negative Selbstwahrnehmungen zu verändern und die Betroffenen dazu ermutigen, ihre Fähigkeiten und Leistungen anzuerkennen. Mentoring und Coaching können ebenfalls hilfreich und erfolgreich sein, um Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein aufzubauen.

Die 5 Sprachen der Liebe: Der Schlüssel zu einer erfüllten Beziehung

Die 5 Sprachen der Liebe: Der Schlüssel zu einer erfüllten Beziehung

Die 5 Sprachen der Liebe: Der Schlüssel zu einer erfüllten Beziehung.

Die Liebe ist eine universelle Sprache, die Menschen auf der ganzen Welt miteinander verbindet. Doch manchmal scheint es, als ob wir eine unterschiedliche Sprache sprechen würden, wenn es darum geht, unsere Gefühle auszudrücken und unsere Liebe zu zeigen. Genau hier kommen die “5 Sprachen der Liebe” ins Spiel. In diesem Artikel stelle ich Euch diese Sprachen vor und zeige auf, wie sie helfen können, Beziehungen zu stärken und eine liebevolle, erfüllte Partnerschaft aufzubauen. Egal, ob in romantischen Beziehungen, innerhalb der Familie oder sogar unter Freunden – das Verständnis der Sprachen der Liebe kann unser Miteinander nachhaltig verbessern.

Was sind die 5 Sprachen der Liebe?

Der renommierte Paartherapeut Dr. Gary Chapman hat eine faszinierende Theorie entwickelt, die besagt, dass jeder Mensch eine bevorzugte Sprache hat, um Liebe zu empfangen und zu geben. Diese “Sprachen” sind konkrete Wege, wie Menschen ihre Zuneigung, Wertschätzung und Hingabe ausdrücken. Wenn wir die Sprache unseres Partners verstehen und sprechen lernen, können wir eine tiefere emotionale Verbindung aufbauen und unsere Beziehungen erfüllender gestalten.

Die 5 Sprachen der Liebe

Sprache der Liebe Nummer 1: Lob und Anerkennung

Die erste Sprache der Liebe „Lob und Anerkennung“ ist eine Sprache, die aus Worten besteht. Regelmäßig ehrlich gemeinte Komplimente zu machen, kann eine große Wirkung auf eine Beziehung haben. Oft stürzen wir uns auf die negativen Seiten unseres Partners und spiegeln ihm diese ständig wider. Wir vergessen aber, dass es für manche Menschen durchaus wichtig ist, auch mal ein „Gut gemacht“ zu hören, um motiviert zu bleiben Energie in die Beziehung zu stecken. Dabei geht es nicht darum dem anderen lediglich zu schmeicheln, um seinen eigenen Willen durchsetzen zu können. Es geht vielmehr um die Anerkennung der anderen Person.

Das kann ein Lob sein wie „Wow, in Deinem neuen Kleid siehst Du spitze aus!“ oder „Niemand kocht diese Pasta so gut wie Du!“. Es können auch ermutigende Worte sein, die mitfühlend sind, und dem anderen zu neuem Selbstbewusstsein helfen bei der Erfüllung eines lang gehegten Traums. Oder ganz einfach auch freundliche Worte, die vielleicht in einer Streit-Situation den Ärger etwas beiseiteschieben und der Liebe wieder Raum geben. Es gibt viele Formen für die Sprache der Liebe „Lob und Anerkennung“ und jede davon zielt darauf ab Deinem Partner wertschätzend gegenüberzutreten. Vielen Menschen fällt es schwer diese Form der Liebe anzuwenden, da sie selbst ihre Liebe anders erfahren haben. Hier kann es hilfreich sein aktiv daran zu arbeiten und sich beispielsweise bewusst Ziele zu setzen, wie „Ein Kompliment am Tag“. Oder vielleicht ist es einfacher am Anfang erstmal per WhatsApp eine liebevolle Nachricht an Deinen Partner zu schicken. Oder auch ein ehrliches „Ich liebe Dich“ einmal am Tag ist hilfreich, um die Sprache Deines Partners zu sprechen.

Sprache der Liebe Nummer 2: Zweisamkeit

Die zweite Sprache der Liebe ist die Zweisamkeit. Jemandem Zeit zu zweit zu schenken hört sich im ersten Moment einfach an: Wenn Du gemeinsam abends auf dem Sofa sitzt und mit Deinem Partner fernsiehst, verbringt Ihr doch Zeit zu zweit. Falsch! In diesem Moment gilt die ungeteilte Aufmerksamkeit dem Fernsehprogramm, aber weniger Deinem Partner. Um Zeit gemeinsam zu verbringen, sollte dies bewusst geschehen. Räumliche Nähe reicht dabei nicht aus, denn Zweisamkeit bedeutet, miteinander zu sein. Wenn Dein Partner abends von der Arbeit erzählt und Du nebenbei Deine Wäsche bügelst, ist Deine Aufmerksamkeit geteilt. Setzt Du Dich aber bewusst mit Deinem Partner auf die Couch und schenkst ihm 10 Minuten Deiner Zeit, entsteht Zweisamkeit.

Zweisamkeit bedeutet also gemeinsam etwas zu tun und sich gegenseitig die ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Aktivität dabei spielt keine große Rolle – viele Paare setzen sich unter Druck etwas unglaublich Romantisches erleben zu müssen, um Zweisamkeit erleben zu können. Dabei ist es nur Mittel zum Zweck, viel wichtiger sind die Gefühle, die bei einer Aktivität entstehen. Zweisamkeit kann sowohl beim 10-minütigen Spaziergang entstehen als auch beim gemeinsamen Kochen.

Auch ein intensiver Gedankenaustausch in einer entspannten Situation bedeutet Zweisamkeit. Dabei tauscht Ihr Erfahrungen, Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte aus und stärkt damit Euer emotionales Band. Anders als bei der ersten Sprache der Liebe geht es hier mehr um das Hören als um das Reden. Dein Partner bekommt den Raum sich zu äußern, während Du zuhörst, Fragen stellst und unterstützt. Viel zu oft sagen wir ungefragt unsere Meinung, erteilen dem Partner vermeintlich kluge Ratschläge und sind wütend, wenn der andere sie nicht in die Tat umsetzt. Dabei würde es genügen, Deinem Partner die Möglichkeit zu geben über seine Probleme zu sprechen, ihn anzuhören und ihm Mitgefühl zu zeigen. Vor allem für Menschen, die die zweite Sprache der Liebe sprechen ist dieser Gedankenaustausch immens wichtig, um Liebe zu erfahren. Einfach ist das nicht, denn unser ganzes Leben wird davon bestimmt Probleme zu identifizieren und diese zu lösen. Zuhören ist wie eine Fremdsprache geworden, die wir wieder lernen müssen.

Sprache der Liebe Nummer 3: Geschenke

Kinder fangen sehr früh an ihren Eltern Geschenke zu machen. Der Impuls, unsere Liebe über Geschenke zu vermitteln ist also schon tief in uns angelegt. Dabei spielt es keine Rolle, ob teuer oder kostenlos – der Wert des Geschenks hängt von der Emotion ab, die damit vermittelt wird. Ein Gänseblümchen zu pflücken und es mit den Worten „Ich liebe Dich“ zu überreichen kann genauso viel Liebe zeigen wie die Einladung zu einem teuren Essen.

Oft sind es doch die kleinen Geschenke, die uns ein größeres Lächeln ins Gesicht zaubern. Beim Schenken solltest Du also immer Deine Fantasie ankurbeln und vor allem auf die Wünsche Deines Partners achten. Ein Geschenk muss nicht Dir gefallen – solange es das Richtige für Deinen Partner ist, zeigst Du ihm damit Deine Liebe.

Manchen fällt es schwer zu schenken, weil sie vielleicht in einem Haus ohne Geschenk-Kultur großgeworden sind. Vielleicht wurde es sogar als verschwenderisch bezeichnet. Jeder von uns hat je nach Erziehung auch eine andere Beziehung zu Geld, was ebenfalls für Blockaden beim Schenken sorgen kann. Einige von uns sind sehr sparsam und geben ungerne Geld aus – für sich selbst nicht und vor allem nicht für andere. Befindest Du Dich aber in einer Beziehung zu jemandem, der diese Sprache der Liebe spricht, ist es wichtig Deine Einstellung diesbezüglich zu überdenken oder Deine Glaubenssätze zu diesem Thema aufzulösen. Nur so kannst Du Deinem Partner wahrhaftig Deine Liebe zeigen. Und wie gesagt… Geschenke müssen nicht immer teuer sein.

Tipps, um dem Partner Geschenke zu machen:

 

  • Notiere alle Geschenkideen in einem Notizbuch. Achte stets darauf, was Dein Partner sagt. Oft äußern wir Wünsche, ohne es zu merken. Wie groß wird die Überraschung sein, wenn Du Deinem Partner etwas schenken kannst, an das er sich selbst gar nicht mehr erinnern kann.
  • Verschenke Selbstgemachtes: Vielleicht wolltest Du schon immer Schnitzen lernen? Schreib Dich in einen Kurs ein und schnitze Deinem Partner ein Geschenk.
  • Falls Du Schwierigkeiten hast Geschenkideen zu finden, hol Dir Rat von Freunden und Familie.
  • Verschenk Dich selbst: Überlass Deinem Partner die Wahl für eine Samstag-Abend Aktivität und sei bei allem dabei.

Sprache der Liebe Nummer 4: Hilfsbereitschaft

Wenn für Deinen Partner die Sprache der Liebe die Hilfsbereitschaft ist, wirst Du ihm vor allem durch Deine Taten Deine Liebe zeigen können. Das sind Tätigkeiten, die Du tun kannst, von denen Du weißt, dass sich Dein Partner darüber freut. Hat Dein Partner vielleicht viel Stress in der Arbeit und kommt jeden Abend erst um 20 Uhr nach Hause, fühlt er sich geliebt, wenn das Essen bereits gekocht wurde. Du zeigst ihm damit, dass es Dir wichtig ist, dass es ihm gut geht, dass er eine Sorge weniger hat und, dass Du gerne mit anpackst. Dabei spielt es eine ganz entscheidende Rolle, was Du machst: Du kannst die Wäsche waschen, das Auto putzen, den Rasen mähen, die Überweisungen für diese Woche tätigen und dennoch kritisiert Dich Dein Partner am Ende des Tages, dass die Betten nicht gemacht worden sind. Jeder hat nun mal andere Vorstellungen von Hilfsbereitschaft. Aus diesem Grund ist der ständige Austausch sehr wichtig: Worum bittet Dich Dein Partner? Bist Du bereit das zu geben? Was erwartest Du im Gegenzug von Deinem Partner? Niemand muss die Gedanken des anderen lesen können. Die Kommunikation von Erwartungen ist bei dieser Sprache der Liebe sehr wichtig, um keine Frustration aufkommen zu lassen.

An dieser Stelle ist auch wichtig zu erwähnen, dass in einer Beziehung keine Forderungen gestellt werden können. Liebe ist ein Geschenk und wenn die Sprache der Liebe Deines Partners die Hilfsbereitschaft ist, kann er Dich darum bitten, aber niemals einfordern.

Sprache der Liebe Nummer 5: Zärtlichkeiten

Zärtlichkeiten, also körperliche Berührungen, sind für Menschen, die diese Sprache der Liebe sprechen, absolut notwendig, um eine intakte Beziehung führen zu können. Für diese Menschen stellt eine zärtliche Berührung viel mehr dar, als ein „Ich liebe Dich“. Selbst wenn die Worte ehrlich sind und von Herzen kommen, die Liebe wird Dein Partner erst spüren, wenn Du ihm Zärtlichkeit schenkst. Hierbei geht es nicht nur um sexuelle Zärtlichkeit, sondern durchaus auch um kleine Berührungen im Alltag, wenn Du beispielsweise Deinem Partner die Hand auf die Schulter legst und ihn dabei liebevoll anlächelst. Oder abends beim Fernsehen auf der Couch Dich an ihn ankuschelst. All das bedeutet einem Menschen, dessen Sprache der Liebe die Zärtlichkeit ist, unglaublich viel.

Jedoch ist nicht jede Berührung angenehm für Deinen Partner, denn jeder empfindet unterschiedliche Formen der Zärtlichkeit als angenehm. Wie beim Schenken ist es auch hier wichtig, auf die Wünsche des Partners zu achten: Berühre Deinen Partner so wie er es sich wünscht und nicht wie es Dir gefallen würde. Berühre ihn nur dann, wenn er bereit dazu ist. Am Anfang einer Beziehung ist ein offener Austausch zu diesem Thema hilfreich, denn jeder hat diesbezüglich andere Vorstellungen. Einige legen viel Wert auf Sex, während andere sich eher nach Küssen im Alltag sehnen. Mit der Zeit wirst Du Deinen Partner immer besser kennenlernen und ihn wie ein Buch lesen können.

Vor allem in Situationen, in denen Dein Partner Trost oder Hilfe braucht, kannst Du ihm durch Zärtlichkeiten wie einer tröstenden Umarmung vermitteln, wie viel er Dir bedeutet und, dass er auf Deine Unterstützung zählen kann.

Tipps für einfache Zärtlichkeiten im Alltag:

 

  • Haltet beim nächsten Spaziergang Händchen.
  • Wenn Ihr in Gesellschaft mit anderen seid, lege kurz Deine Hand auf das Knie Deines Partners.
  • Massiere den Nacken Deines Partners, während der Kaffee aus der Maschine läuft.
  • Umarme Deinen Partner zwischendurch und gib ihm einen Kuss – einfach so.

Vielleicht stellst Du Dir die Frage warum ich genau dieses Thema für meinen Blog gewählt habe, wo der Fokus doch sonst auf den Themen Hochbegabung, Vielbegabung und Hochsensibilität liegt. 😉

Ich mag Dich einladen Dich selbst und auch Deine Mitmenschen besser kennenzulernen. Das kennen der „Währung“ des Anderen trägt wesentlich zum Gelingen einer Beziehung (in allen Bereichen!) bei, denn Du kannst ebenfalls Deine Freunde und auch Deine MitarbeiterInnen beobachten und sehen wie Du ihnen Deine Wertschätzung zu ihren Bedürfnissen passend zeigen kannst. Menschen lieben es, wenn sie sich gesehen fühlen.

Ich wünsche Dir viel Freude beim Erkunden und Ausprobieren! ❤

Hast Du Fragen an mich oder möchtest mich kennenlernen? Möchtest Du vielleicht mit mir über gelingende Beziehungen sinnieren? Unter diesem Link kannst Du ganz einfach und unverbindlich einen Termin mit mir vereinbaren.

 

Ich freue mich auf Dich!

 

Hinweis: Meine Begleitung als Coach & Mentaltrainerin ersetzt keinen Besuch oder eine Behandlung bei einem Arzt, Psychologen, Heilpraktiker oder anderen Therapeuten. Es werden keine Diagnosen oder Heilversprechen gegeben. Bestehende Behandlungen sind nicht zu unterbrechen. Bei anhaltenden körperlichen oder psychischen Beschwerden kontaktiere bitte Deinen Arzt.

Nein sagen – Tipps wie Du lernen kannst Grenzen zu setzen

Nein sagen – Tipps wie Du lernen kannst Grenzen zu setzen

So lernst Du Nein zu sagen und gesunde Grenzen zu setzen.

Viele meiner Kunden kommen mit dem Problem zu mir: „Ulli, ich will es immer allen recht machen. Das setzt mich unfassbar unter Druck und ich kann es nicht abstellen. – Kannst Du mir helfen?“

 

Auch ich habe dieses Thema bei mir selbst vor mehreren Jahren beleuchten und aufarbeiten müssen, weil es mir ebenfalls schwerfiel mich gesund abzugrenzen. Heute kann ich meinen Kunden aus eigener Erfahrung bestens erprobte Strategien an die Hand geben, die Ihnen dabei helfen, im Alltag bewusst für sich und ihre Bedürfnisse einzustehen. Ein ehrliches Nein zu anderen bedeutet immer ein Ja zu sich selbst. Während meiner Recherche und Aufarbeitung zu diesem Thema, bin ich aber noch auf einen anderen Aspekt des Nein-sagens gestoßen, den ich ebenfalls für unheimlich wichtig halte: Nein zu sich selbst sagen. Was es damit auf sich hat, warum es uns so schwerfällt, Nein zu sagen und mit welcher Strategie auch Du lernen kannst, gesunde Grenzen zu setzen, erkläre ich Dir in diesem Blogartikel. 

Nein zu sich selbst sagen

Ein „Nein zu sich selbst“ hört sich im ersten Moment hart an und führt erst einmal zu Irritationen. Du assoziierst wahrscheinlich Gedanken damit wie „Ich darf mir das nicht gönnen.“, „Ich muss erst für die anderen da sein, bevor ich Zeit für mich haben darf.“, „Meine Bedürfnisse dürfen erst erfüllt werden, wenn meine Aufgaben erledigt sind.“ Aber Du liegst falsch – wenn ich davon rede, wie wertvoll es sein kann, Nein zu Dir selbst zu sagen, meine ich etwas ganz anderes.

Wie gehst Du mit Deinen wichtigsten Ressourcen um?

 

Wir alle haben eine große Gemeinsamkeit, die uns alle verbindet: Unsere wichtigsten Ressourcen sind Zeit, Energie und Geld. Die schwierigste Aufgabe, die wir alle gleichermaßen erfüllen müssen, ist es, diese Ressourcen so einzusetzen, dass sie uns dienen, uns nähren, uns guttun und uns im Leben weiterbringen. Oftmals eignen wir uns allerdings Angewohnheiten an, welche diese wichtigen Ressourcen eher verschwenden. Schrittweise schleichen sich die Zeit-, Energie- und Geldräuber in unser Leben ein und erst nach einer gewissen Zeit merken wir, dass wir uns damit eigentlich nur selbst schaden. Ungesunde Snacks nach der Arbeit auf der Couch vor dem Fernseher – und das jeden Abend. Zigaretten, Alkohol oder einfach nur zu viel Kaffee? All das fällt in die Kategorie „Man darf sich ja mal etwas gönnen.“ Stimmt. Du darfst Dir etwas gönnen. Ich möchte an dieser Stelle lediglich darauf aufmerksam machen, dass ein „Nein zu sich selbst“ in vielen Situationen bedeuten kann, seinem Geist und seinem Körper etwas Gutes zu tun.

 

So lecker die Chips und die Schokolade nach der Arbeit schmecken oder so sehr ein Glas Sekt nach der Arbeit hilft, um herunterzukommen, sollten wir uns immer die Fragen stellen:

1. Warum tue ich das und was kostet es mich?

2. Wirkt sich diese Beschäftigung bzw. Wahl positiv oder negativ auf mein Geld, meine Energie oder meine Zeit raus?

Jeder hat seine ganz individuellen Zeit-, Geld- oder Energieräuber. Vielleicht shoppst Du zur Entspannung gerne online und kaufst Dir Dinge, die Du gar nicht benötigst oder Du machst Dir übertriebene Sorgen. Auch Social Media ist ein klassischer Räuber, dem viele verfallen sind.

Wichtig ist, dass Du Dir im ersten Schritt darüber bewusst wirst, welche Tätigkeiten DIR Energie, Zeit und Geld rauben. Sobald Du Klarheit darüber erlangt hast, kannst Du anfangen Deine zeitlichen, finanziellen und energetischen Ressourcen neu zu verteilen und sie so einzusetzen, dass Du bekommst, was Du wirklich willst.

Warum prokrastinieren wir?

 

Vielleicht hast Du Deine Räuber schon lange identifiziert und schiebst es aber immer wieder auf etwas zu ändern. Du verbringst Deine Zeit lieber auf Social Media, als Deine halb angefangene Facharbeit, die in 3 Monaten abgegeben werden muss, konzentriert fertig zu schreiben? Oder Deine Steuererklärung vorzubereiten? Wir verbringen unsere Zeit lieber mit einfachen Dingen, die uns vermeintlich guttun und uns entspannen, aber irgendwie vom Wesentlichen ablenken. Dieses Aufschiebeverhalten nennt man in der Psychologie Prokrastination.

 

Es gibt unterschiedliche Gründe für Aufschieberitis:

 

Angst zu scheitern: Viele Menschen schieben herausfordernde Aufgaben vor, sich her aus Angst zu scheitern. Sie sind dabei so blockiert, dass sie es nicht mal versuchen und die Aufgabe immer weiter aufschieben. Oft ist diese Angst vollkommen unbegründet und in den meisten Fällen wird uns danach bewusst: „Das ging viel einfacher als gedacht.“

 

Zu wenig Wissen: Liegen zu wenig Informationen zu der Aufgabe vor, kann der Aufwand nicht richtig eingeschätzt werden. Wir fühlen uns überfordert, haben Angst und prokrastinieren. In solchen Situationen ist es am besten jemand anderen um Rat zu fragen, der uns die fehlenden Informationen geben kann.

Hier können auch unterbewusste Überzeugungen darunter liegen wie z.B. „Ich bin (noch) nicht gut genug.“ oder „Ich muss erst XY lernen, damit ich damit beginnen kann.“ Wenn Du Dich im Verdacht hast, dann lass uns gerne darüber sprechen. Diese und ähnliche Glaubensmuster können wir innerhalb kurzer Zeit im Rahmen von Loslassprozessen auflösen.

 

Perfektionismus: Eine perfektionistische Einstellung kann uns sehr stark daran hindern, eine Aufgabe zu erledigen. Perfektionisten fangen erst an, wenn sie wissen, dass sie es perfekt machen können. Die Voraussetzungen müssen stimmen – selbst die müssen perfekt sein. Treten diese nicht ein, haben perfektionistische Menschen Angst, es nicht so hinzubekommen, wie sie gerne möchten – sie schieben auf.

Auch Perfektionismus kannst Du mit meiner Hilfe loslassen. Danach kannst Du Dir erlauben, Fehler zu machen oder zu scheitern und das als Phase des Wachstums wertschätzen.

 

Mangelnde Motivation:  Manchmal kann die Motivation bei zu langweiligen oder unwichtigen Aufgaben fehlen. Oder die Motivation kommt erst in der allerletzten Minute, weil man irgendwie den Kick benötigt. Gerade bei Hochbegabten kommt dieser Aspekt häufig vor.

 

Desorganisation: Überforderung und die daraus resultierende Prokrastination kann eintreten, wenn wir unorganisiert sind. Uns fehlt der Überblick über unsere Aufgaben und wir fühlen uns gestresst, überwältigt und überfordert. To-do-Listen können helfen, um unsere Aufgaben zu strukturieren und diese peu à peu abzuarbeiten.

Warum sagen wir zu anderen so ungerne Nein?

Nein zu sich selbst zu sagen, ist schwierig. Nein zu anderen zu sagen, ist unter Umständen noch schwieriger. Wahrscheinlich kennst Du die Situation, dass Du immer wieder Ja sagst, wenn Dich Kollegen, Freunde oder die Familie um etwas bitten. Im Nachhinein kommt oft der Gedanke „Warum habe ich eigentlich Ja gesagt?“. Viele Menschen kennen das – 81 Prozent der Deutschen, primär Frauen, sagen nach eigener Aussage zu oft Ja. Warum sagen wir aber so oft Ja, wenn wir eigentlich lieber Nein sagen möchten?

 

Dafür sind unterschiedliche Gründe möglich:

 

Angst vor Ablehnung

Als Kind hast Du vielleicht die Erfahrung gemacht, mehr gemocht zu werden, wenn Du anderen nützlich bist. Das prägt Dich unter Umständen bis ins Erwachsenenalter – Du weißt zwar auf der rationalen Ebene, dass das Spiel so nicht laufen muss und dennoch fällt es Dir schwer Nein zu sagen. Du hast Angst es Dir zu verscherzen, nicht mehr gemocht zu werden oder nicht mehr Teil der Gruppe sein zu dürfen. Diese Angst vor Ablehnung kann im Freundeskreis, in der Familie oder im Job gleichermaßen auftreten. Überall versuchst Du allen zu gefallen. Die Wahrheit dabei ist: Du wirst nie von allen gemocht werden, egal, wie sehr Du es versuchst. Wähle Dein Umfeld mit Bedacht aus und überlege Dir gut, wem Du Deine wichtigsten Ressourcen schenkst.

 

Angst vor dem Fremdbild

Vielleicht glaubst Du egoistisch, kaltherzig oder selbstsüchtig zu wirken, wenn Du Nein sagst. Oft wird es uns sogar vorgeworfen, wenn wir bei einer Bitte nicht sofort Feuer und Flamme sind. Dieser Vorwurf ist sehr wirkungsvoll, da er meistens jemanden dazu bringt etwas zu tun, was er eigentlich nicht möchte. Sei vorsichtig, wenn Dich jemand auf diese Weise versucht zu manipulieren. Du bist kein Egoist, wenn Du eine Bitte ablehnst. Wenn Du Angst hast selbstsüchtig zu wirken, zeigt das nur, dass Du kein Egoist bist: Wahre Egoisten würden niemals auf die Idee kommen es zu sein.

 

Angst vor Konflikten

Diese Angst ist berechtigt, denn viele reagieren verstimmt, wenn ihre Bitte nicht erfüllt wird. Im Freundes- oder Familienkreis kann ein ehrlicher Austausch helfen, damit jeder die Chance bekommt, seine Wünsche und Bedürfnisse offen zu kommunizieren. Aber auch im Job kann die Angst vor einem Konflikt und den daraus resultierenden Konsequenzen wie Arbeitsplatzverlust dazu führen, dass wir zu oft Ja sagen. Wahrscheinlich ist diese Angst in vielen Fällen eher unrealistisch und sollte in jeder Situation neu bewertet werden. Mach Dir klar, dass Du Deine Unabhängigkeit verlierst, wenn Du aus Angst vor den Reaktionen anderer immer das tust, was sie von Dir erwarten.

 

Angst, etwas zu versäumen

Vielleicht gehörst Du zu den Menschen, die immer auf allen Hochzeiten tanzen möchten. Ob im Freizeitbereich, im Familienkreis oder im Job: Du möchtest nichts verpassen, gehst zu jeder Feier, zu jeder Veranstaltung und versuchst alles unter einen Hut zu bekommen. Du hast Angst, etwas zu verpassen und möchtest immer mittendrin sein. Möglicherweise übernimmst Du auch Aufgaben, organisierst und möchtest so viele Fäden wie möglich in der Hand halten. Zeitweise kann so etwas gut gehen, aber irgendwann wird Dir die Puste ausgehen. Dann ist es an der Zeit Prioritäten zu setzen und herauszufinden, was Dir wirklich Spaß macht und was Dir guttut. Welche Aktivitäten entladen Deine Akkus und welche geben Dir Energie? Lerne Schritt für Schritt, wie Du eine Einladung ablehnst oder eine Veranstaltung versäumst. Du wirst Deinen neu gewonnenen Freiraum zu schätzen wissen.

 

Angst schuld zu sein

Manche Menschen haben von Geburt an immer Angst, schuld zu sein. Vor allem alleingeborene Zwillinge leiden darunter (Lies dazu auch gerne meinen Blogartikel „Bist Du ein alleingeborener Zwilling?“).  Dies ist ein Aspekt der sogenannten Überlebensschuld, die ein überlebender Zwilling auf der unterbewussten Ebene in sich trägt. Sie tun alles dafür, unter keinen Umständen Fehler zu machen und dadurch an, etwas schuld zu sein. Dabei entwickeln sie häufig ein Helfer-Syndrom und können schwer Nein sagen.

 

All diese Ängste haben ihren Ursprung mit großer Wahrscheinlichkeit in Deinem Unterbewusstsein. Mit gezieltem Mentaltraining und Loslassprozessen kannst Du die Angst an der Wurzel packen, loslassen und Dir Deine Power und Deine innere Stärke zurückholen. Es steht nämlich immer in Deiner Macht einer Bitte nachzukommen oder diese abzulehnen.

Vor allem Frauen fällt es schwer Nein zu sagen.

Woher weiß ich, ob ich ja oder nein sagen sollte?

Oft tun wir uns schwer, auf unser Bauchgefühl zu hören. Irgendwie hat man das über die Jahre auch verlernt, weil uns immer eingetrichtert wird, dass Entscheidungen nur logisch mit dem Kopf getroffen werden sollten. Wie findest Du also raus, ob Du eine Bitte erfüllen möchtest? Woher weißt Du, ob Du Ja sagst, aber eigentlich nein meinst? Oder, ob Du glaubst, nein sagen zu müssen, aber eigentlich Ja sagen willst? Mit dieser Strategie wird es Dir leichter fallen, das herauszufinden:

 

1. Schritt:

Nimm Dir Zeit und antworte nicht gleich auf die Bitte. Natürlich wäre es Deinem Gegenüber lieber, Du würdest sofort mit Ja oder Nein antworten, aber gerade dieser Druck verleitet uns zu schnell Ja zu sagen. Oft werden wir zwischen Tür und Angel mit einer Bitte konfrontiert, sagen zu schnell Ja und befinden uns in einer Aufgabe, die uns mehrere Stunden Arbeit kostet.

 

2. Schritt:

Wenn Dir nicht ganz klar ist, was genau gemeint ist, stell ruhig viele Fragen an Dein Gegenüber. So können auch gegenseitige Erwartungen ausgesprochen und definiert werden. Je klarer das Bild für Dich wird, umso einfach wird es Dir fallen, die richtige Entscheidung zu treffen.

 

3. Schritt:

Prüfe für Dich, ob Du die Bitte wirklich erfüllen möchtest und was es für Dich bedeutet. Willst Du das wirklich? Welchen „Preis“, also wie viel von Deinen drei wertvollen Ressourcen, zahlst Du dafür? Sind noch Ressourcen dafür übrig? Fühlt es sich für Dich gut an, die Bitte zu erfüllen? Wichtig ist auch eine Balance zwischen Geben und Nehmen bei Deinem Gegenüber und Dir festzustellen. Auch wenn wir in Freundschaften und Beziehungen nicht aufwiegen sollten – eine gewisse Balance sollte dennoch vorhanden sein.

 

4. Schritt:

Stellst Du für Dich fest, dass Du nein sagen möchtest, aber Dich dennoch unter Druck gesetzt, fühlst Ja zu sagen, beobachte Dich ganz genau. Welcher Film läuft in Deinem Unterbewusstsein? Was glaubst Du, wird passieren, wenn Du nein sagst? Oft hilft es, in der Situation einfach nur festzustellen, dass der eigentliche Grund für ständiges Ja-sagen einen ganz anderen Ursprung hat, der Dich tief aus Deinem Unterbewusstsein heraus blockiert, für Dich einzustehen.  

Ich kann Dir helfen herauszufinden, warum es Dir so schwerfällt, Nein zu sagen und welche Blockaden in Deinem Unterbewusstsein sitzen. Hast Du Fragen an mich oder möchtest mich kennenlernen? Unter diesem Link kannst Du ganz einfach und unverbindlich einen Termin mit mir vereinbaren.

 

Ich freue mich auf Dich!

 

Hinweis: Meine Begleitung als Coach & Mentaltrainerin ersetzt keinen Besuch oder eine Behandlung bei einem Arzt, Psychologen, Heilpraktiker oder anderen Therapeuten. Es werden keine Diagnosen oder Heilversprechen gegeben. Bestehende Behandlungen sind nicht zu unterbrechen. Bei anhaltenden körperlichen oder psychischen Beschwerden kontaktiere bitte Deinen Arzt.